Das „Angst“-Thema: Auftragsverarbeitung

Viele Unternehmen  werfen zur Zeit ihre Dienstleister mit Verträgen zur Auftragsverarbeitung zu. Aber nicht jede Dienstleistung ist Auftragsverarbeitung. Um entscheiden zu können, ob es sich um Auftragsverarbeitung, Funktionsübertragung oder Kooperation handelt, kann ein Blick auf die Definition der Datenverarbeitung  in der Datenschutzgrundverordnung geben; Art. 4 Ziffer 4 DSGVO.

„Verarbeitung“  ist jeder mit oder ohne Hilfe automatisierter Verfahren ausgeführten Vorgang oder jede solche Vorgangsreihe im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten wie das Erheben, das Erfassen, die Organisation, das Ordnen, die Speicherung, die Anpassung oder Veränderung, das Auslesen, das Abfragen, die Verwendung, die Offenlegung durch Übermittlung, Verbreitung oder eine andere Form der Bereitstellung, den Abgleich oder die Verknüpfung, die Einschränkung, das Löschen oder die Vernichtung. Wenn man diese Begriffe bei den Dienstleistern 1 zu 1 wiederfindet, könnte es sich um Auftragsverarbeitung handeln.

Ein weiterer Tipp zur Einordnung ist, ob der Dienstleister hinsichtlich seines Service weisungsgebunden arbeitet oder seinen Service ohne Weisungsmöglichkeit zur Verfügung stellt.

Wenn man das zugrundelegt, könnte man folgende Dienstleistungen als Auftragsverarbeitung einordnen:

  • Aktenvernichtung
  • Aktenarchivierung
  • Datenclearing
  • Auswerten von Trackingtools
  • Kundenumfragen
  • Bereitstellung einer Chat-Plattform für ein Unternehmen

Wohl nicht zur Auftragsverarbeitung gehören dann:

  • Hosting einer Internetseite
  • Wartung von IT–Systemen
  • Dienstleistungen der freien Berufe wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Ärzte
  • Nutzung von Tankkarten, die für Mitarbeiter und Kunden zur Verfügung gestellt werden
  • Einzug von SEPA-Mandaten von Kunden durch die unternehmenseigene Hausbank
  • Versand von Briefen, Paketen und sonstige Postdienstleistungen
  • Logistik,-, bzw. Transportdienstleistungen

Stephanie Iraschko-Luscher

22.05.2018

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