Datenschutz-ABC – Buchstabe C

C wie China

China und Datenschutz? Ist das nicht schon ein Widerspruch in sich?!?! Aber eigentlich ist Zensur ja auch so eine Art von „Datenschutz“…

Zur Zeit ist es große Mode in China, in digitalen Hetzkampagnen, sogenannten human flesh searches, innerhalb von Stunden daran, persönliche Daten von Leuten herauszufinden und online zu stellen. Die Opfer sind oft fremdgehende Stars oder angeblich unpatriotische Bürger, die in einer Art von Volksjustiz bestraft werden sollen. Nach der Veröffentlichung von Fotos, der Telefonnummer und der Adresse des Opfers folgen manchmal sogar Drohungen und Vergeltungsakte vor Ort. Besonderes Aufsehen machte der Fall einer chinesischen Studentin, die in ihrer Abschlussrede an der Universität Maryland die frische Luft und die Freiheit in den USA gelobt hatte. Nach einer harten Hetzkampagne, bei der auch Informationen über den Wohnort ihrer Eltern in China veröffentlicht wurden, entschuldigte sich die Studentin am Ende für ihr angeblich „unpatriotisches Verhalten“.

Aber wenn es um den Schutz der eigenen Informationen in den sozialen Medien geht, werden gerade die  jüngeren Chinesen sensibler. Der jüngste Datenleak im Juni dieses Jahres betraf Applenutzer, die mehrheitlich zur Mittelschicht gehören. Da war die Aufregung groß. In sozialen Medien wie z.B. der Frage-Antwort-Plattform Zhihu Zhihu warnen User seit Anfang des Jahres regelmäßig vor zu leichtsinniger Datenweitergabe oder geben Tipps, wie man sich besser schützen kann.
China ist noch am Anfang, aber m.E. schon besser als die USA.
Stephanie Iraschko-Luscher
19.09.2017

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