Datenschutz-ABC – Buchstabe G

G wie Gardine.

Diejenigen, die am meisten schreien: „Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten.“, sind dienigen, die fenstertiefe Gardinen vor den Fenstern haben, damit keiner rein gucken kann.

Das „Nichts-zu-verbergen-Argument“ besagt, dass staatliche Überwachungsprogramme nicht die Privatsphäre gefährden, außer sie decken illegale Aktivitäten auf, und wenn sie illegale Aktivitäten aufdecken, dann hat die Person, die diese Aktivitäten ausführt, nicht das Recht sie privat zu halten. Dabei wird vor allem vergessen, dass nur die eine Person was illegales gemacht hat, aber die Millionen anderer Personen eben nicht. Und warum soll ich meine Privatheit für den Staat opfern? Zudem geht man bei dem Argument davon aus, dass der Staat gut ist, der nur die Bösen verfolgt; ein „Gut-Staat“ sozusagen, sowas wie ein Gut-Mensch. Aber gut kann ein Staat nicht sein, er kann nur durch Gesetze selber beschränkt werden. Deswegen sind unsere Grundrechte, zu denen der Datenschutz gehört, Abwehrrechte gegen den Staat.

Übrigens wird das „Nichts-zu-verbergen-Argument“ nicht umsonst Joseph Goebbels zugeschrieben…

Stephanie Iraschko-Luscher

19.10.2017

MGDS – Ihre Unternehmensberatung für Datenschutz in Hamburg