Datenschutz ABC – Buchstabe U

U wie Uhren.

Armbanduhren, mit deren Hilfe die eigenen Kinder ferngesteuert werden können, sind ein wachsender Markt. Das Anzeigen der Uhrzeit ist dabei Nebensache. Die Geräte dienen vor allem dazu, den Nachwuchs zu überwachen und jederzeit festzustellen, wo er sich befindet und was dieser tut und lässt. Die Bundesnetzagentur hat diesen Trend nun zumindest etwas eingeschränkt. Kinderuhren mit Abhörfunktion dürfen seit November 2017 in Deutschland nicht mehr verkauft werden. Auch der Besitz ist verboten. Eltern, die solche Geräte gekauft haben, müssen sie vernichten, wollen sie sich nicht strafbar machen. Sogenannte Kinder-Smartwatches gibt es inzwischen fast standardmäßig mit GPS-Ortung, eingebauter Kamera und SIM-Karte.

Im Februar 2017 hatte die Bundesnetzagentur bereits Puppen verboten, die heimlich Video- und Tonaufnahmen machen können. Damals war angekündigt worden, interaktives Spielzeug stärker zu prüfen.

Ich denke, dass das unter der DSGVO auch verboten sein sollte. Aber erstaunlich finde ich, dass die Bundesnetzagentur und nicht eine Datenschutzbehörde sich hier für zuständig erklärt hat.

Stephanie Iraschko-Luscher

26.06.2018

MGDS – Ihre Unternehmensberatung für Datenschutz