Ex-Fußball-Nationalspieler muss Abbildung ohne Einwilligung dulden

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat bestätigt, dass das allgemeine Persönlichkeits­recht eines ehemaligen Fußball-Nationalspielers an seinen zeitgeschichtlichen Bildnissen hinter das presserechtliche Publikations­interesse eines Sportverlags an deren Verwendung zurücktritt.

Der Kläger des zugrunde liegenden Streifalls ist ein bekannter ehemaliger Torwart der deutschen Nationalmannschaft. Die Beklagte betreibt einen Sportverlag. Sie produziert eine auf Vollständigkeit angelegte Serie über alle deutschen Fußball-Nationalspieler seit 1908, die aus einzelnen großflächigen Plastikkarten besteht. Auf der Vorderseite dieser Karten wird der jeweilige Fußball-Nationalspieler abgebildet, auf der Rückseite finden sich Informationen und weitere kleinformatige Fotos. Die Karten können gezielt einzeln zusammengestellt und gekauft werden.

Eine Einwilligung wurde nicht erteilt, ist aber bei Personen der Zeitgeschichte nicht erforderlich für eine Veröffentlichung.

Das Urteil stammt  noch aus der Zeit des alten Datesnchutzrechts, die entsprechenden Paragraphen des KUG werden wohl aber als Auslegungshilfe zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) herangezogen werden, so dass das Urteil auch für die DSGVO Gültigkeit hat.

Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Urteil vom 07.08.2018
– 11 U 156/16 –

Stephanie Iraschko-Luscher

13.08.2018

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