Herausgabe von TAN-Nummern ist grob fahrlässig…

Der Kläger des zugrunde liegenden Falls hatte ein Girokonto bei der Beklagten, einer Sparkasse. Mitte 2018 meldete sich ein Herr bei dem Kläger, der vorgab, Mitarbeiter der Beklagten zu sein. In der Folgezeit kam es zu mehreren Telefongesprächen zwischen dem Kläger und dem vermeintlichen Mitarbeiter der Beklagten, in denen der letztere mitteilte, dass ausländische Firmen versuchten, auf das Konto des Klägers zuzugreifen. Deswegen wolle er Sicherheitsvorkehrungen dagegen treffen. In Folge dessen gab der Kläger die Einlogdaten für das Onlinebanking sowie TAN-Nummern heraus. Der Kontakt zwischen dem Kläger und dem vermeintlichen Mitarbeiter der Beklagten war ausschließlich telefonisch. Anfang Januar 2019 kam es zu drei Überweisungen auf ein türkisches Konto, insgesamt wurden mehr als 21.000 Euro überwiesen. Der Kläger begehrte daraufhin von der Beklagten die Ausgleichung des Kontos auf den Stand vor den Überweisungen. Das Landgericht Köln wies die Klage ab. Das Gericht führt zur Begründung aus, dass die Beklagte aufgrund des grob fahrlässigen Verhaltens des Klägers einen Schadensersatzanspruch hat und somit eine Ausgleichung nicht in Betracht komme.

LANDgericht Köln, Urteil vom 10.09.2019
– 21 O 116/19 –

Nicht umsonst wird von Banken immer darauf hingewiesen, dass man an sie keine PIN oder Passwörter herausgeben soll.

Stephanie Iraschko-Luscher

06.01.2020

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