Was wird aus dem Recht am eigenen Bild?

Das Recht am eigenen Bild ist eine besondere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es besagt, dass jeder Mensch grundsätzlich selbst darüber bestimmen darf, ob und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. Gesetzlich geregelt sind die Pflicht zur Einholung der Einwilligung und die Ausnahmen davon in den §§ 22, 23 KunstUrhG, zudem für den europäischen Raum in § 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Dort ist zwar nur allgemein nur vom Schutz des Privatlebens die Rede, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat hierzu aber schon im Jahre 2005 deutliche Worte gefunden.

Das Gericht urteilte, dass die Idee von der Privatsphäre eine umfassende ist und auch die Identitätsrechte der jeweiligen Person erfasst. Es betonte weiter, dass das Bildnis einer Person seine oder ihre einzigartigen individuellen Merkmale offenbart und stellte fest, dass diese zu den wichtigsten Merkmalen der jeweiligen Person zählen würden. Und, dass der wirksame Schutz solcher Rechte bei Umständen wie den vorliegenden voraussetze, dass die abgebildete Person  oder die Sorgeberechtigten bereits bei der Aufnahme ihr Einverständnis erklärten und nicht erst dann, wenn es zu einer Veröffentlichung kam oder kommen konnte. Im Fall ging es um die Fotographie von Neugeborenen, die den höchsten Schutz genießen.

So wird man das Recht am eigenen Bild nach Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung wohl auch behandeln müssen.

Stephanie Iraschko-Luscher

02.09.2017

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