WhatsApp und Einwilligung…

Wer WhatsApp nutzt und damit die Weitergabe der im Smartphone eingespeicherten Kontaktdaten an WhatsApp zulässt, ohne dazu das Einverständnis all der eingespeicherten Kontakte einzuholen, verletzt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und damit Datenschutz. Einer Kindesmutter kann daher auferlegt werden, von allen Kontakten im Smartphone ihres minderjährigen Sohnes das schriftliche Einverständnis einzuholen, den Namen, wenn ja – in welcher Form – einspeichern und die Daten durch die Nutzung von WhatsApp an das Unternehmen weitergeben zu dürfen. Dies hat das Amtsgericht Bad Hersfeld entschieden. (Amtsgericht Bad Hersfeld, Beschluss vom 15.05.2017 – F 120/17 EASO -)

Anlass der Klage war hier ein Streit zwischen getrennten Elternteilen (deswegen Aktenzeichen: F), aber es findet letztlich auf alle Sachverhalte bei Nutzung von WhatsApp Anwendung…

Das Urteil ist aus Datenschutzsicht bestimmt gut und richtig, bedeutet aber faktisch den Ausschluss von WhatsApp. Das ist meines Erachtens der falsche Weg, mit amerikanischen Unternehmen umzugehen. Mal schauen, ob die DSGVO hier andere Wege aufzeigen kann?

Stephanie Iraschko-Luscher

03.07.2017

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